Spreewaldgrundschul-Direktorin schmeißt hin

Weil sie unzureichend von der bezirklichen Schulverwaltung und der Senatsschulverwaltung unterstützt wird, schmeißt Doris Unzeitig, Direktorin an der Spreewald Grundschule am Winter­feldt­platz, hin. Sie hätte nicht ausreichend reguläre Lehrer und der Bezirk würde die Schule nicht ausreichend gegen Schulfremde und Drogenabhängige schützen.

Ein Zaun, der das Schulgelände sichern soll, sei nicht gebaut. Der Baller-Zaun, kann sehr leicht überwunden werden. Auch seien am ersten Schultag an der Spreewaldgrundschule drei oder vier Stellen offen, wie Beate Stoffers, die Sprecherin der Bildungsverwaltung, am selben Tag der Berliner Zeitung  erklärte. Die Hälfte der Lehrer sind nur ungelernt. „Meine Kräfte reichen nicht aus, um eine nachhaltige Änderung der Arbeitsbedingungen der Lehrer und der Lernbedingungen der Schüler zu bewirken“ teilte Unzeitig dem Tagesspiegel mit.  Es habe Jahre gebraucht, bis eine Klingelanlage eingebaut worden sei. Ein weiteres großes Problem bautechnischer Art ist das seit Jahren nicht nutzbare Hortgebäude mit der Mensa, das geschlossen bleibt, weil ein Fluchtweg fehlt. 40 Kinder können davon unabhängig nicht am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen, weil die

Sporthalle-Spreewald-Grundschule
Sporthalle-Spreewald-Grundschule

Eltern das Essen nicht bezahlt hätten. Die Berliner Gesetzeslage zwinge zum Ausschluß dieser Kinder, meinte der zuständige Bezirksstadtradt Oliver Schworck gegenüber der Berliner Woche. Schworck, gelernter Diplom-Finanzwirt, wird ein guter Draht zum Senat nachgesagt. Allerdings auch mit zuvielen Problemfeldern überfordert: Schworck ist als Bezirksstadt zuständig für Jugend, Umwelt, Gesundheit, Schule und Sport. Auch in Berliner Jugendämtern brennt die Luft.

Eigentlich war geplant, den für bauliche Änderungen notwendigen Kran in den Ferien aufzustellen, um endlich mit den Bauarbeiten zu beginnen.
Der nach langen Kämpfen der Schulleitung nach den Ferien wieder genehmigte Wachschutz, der Gewalt in und an der Schule verhindern soll, wurde nur bis zu den Herbstferien verlängert und fehlte in den Sommerferien, mit dem Ergebnis, dass sich Obdachlose auf dem Schulgelände niedergelassen hatten.
Fast alle Kinder auf der Grundschule kommen aus Migrantenfamilien und der Hartz4-Anteil beträgt mehr als 90%.  Weniger als 5% der Familien sprechen zuhause Deutsch.
Die Leiterin der Spreewald-Schule, Doris Unzeitig, erkläre dem Tagesspiegel, warum der Wachschutz nötig sei: 30 Gewaltvorfälle gab es im letzten Jahr. Die Schulkonferenz hatte beschlossen, dass ein Wachschutz her muss, um tätliche Angriffe, gewalttätige Väter,  wechselseitige Morddrohungen, Vandalismus und schulfremde Personen fern zu halten.
Der damalige, für seine ausländerfeindlichen Standpunkte bekannt gewordene Finanzsenator Sarrazin hatte mit der Begründung, Berlin sei besser ausgestattet als andere Bundesländer, keinem massivem Ausbau von Lehrerstellen in Brennpunktschulen zugestimmt.

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