Heinrich-von-Kleist-Park

Heinrich-von-Kleist-Park

Die repräsentative Parkanlage liegt westlich der Potsdamer Straße im Bezirk Schöneberg. Der knapp sechs Hektar große Park war von 1506 bis 1679 kurfürstlicher Küchengarten. Ab 1679 erfolgte der schwittweise Ausbau der Anlage zum ersten Botanischen Garten. Der Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso war hier von 1819 bis 1839 Pflanzenaufseher. Aus den letzten Jahren des Bestehens der Anlage stammt noch der wertvolle alte Baumbestand des heutigen Parks. In der Zeit von 1899 bis 1910 wurde der Botanische Garten nach Dahlem verlegt. Zwischen 1909 und 1911 erfolgte im Zusammenhang mit dem Bau des Kammergerichts die Neugestaltung des Parks durch den Stadtgartendirektor Albert Brodersen. Der Park war hauptsächlich für die Repräsentation des neuen Kammergerichts gedacht, sollte aber auch der Erholung der Bevölkerung dienen. Anläßlich des 100. Todestages des Dichters erfolgte 1911 die Namensvergabe Heinrich-von-Kleist-Park.

Der Zugang des Parks von der Potsdamer Straße flankieren die 1910 aufgestellten „Königskolonnaden“ von Carl von Gontard (1777-1780), die früher ihren Standort an der Königsbrücke, nahe dem Alexanderplatz hatten. An der westlichen Seite des Parks erhebt sich das Gebäude des Kammergerichts, in dem sich von 1945 bis 1990 der Sitz des Alliierten Kontrollrats[ befand. Seit 1992 ist hier der Sitz des neu gegründeten Verfassungsgerichtshofes von Berlin. Vor dem Gebäude stehen zwei monumentale Bronzegruppen „Rossebändiger“ von Peter Jakob Clodts (1842). Sie waren ein Geschenk des Zaren Nikolaus I. und standen bis 1945 vor dem Stadtschloß. Im südlich des Parks an der Grunewaldstraße gelegenen „Haus am Kleistpark“ befinden sich heute das Heimatmuseum und die Musikschule von Schöneberg.

Verkehrsverbindungen: U-Bahn Linie 7 bis Kleist-Park
Bus Linie: M48, M85, 106, 187, 204

Stadtführung: Sa., 21. Oktober 2017, 15.00 – 17.15 Uhr, Rund um das Pallasseum

Foto Kolonaden am Kleistpark, Potsdamer Straße, (c) Gerhard Haug, Berlin

Rund um das Pallasseum

Stadtführung

Das Quartier gehört zu den spannendsten Gegenden Schönebergs, mit großen Kontrasten und mit aktueller und geschichtlicher Vielfalt. Hier kann man städtebauliche und gesellschaftliche Entwicklungen sehen.
Auf der einen Seite das Gartendenkmal Heinrich-von-Kleist-Park mit Kammergericht, Sophie-Scholl-Schule und Hochbunker. Hier war früher der Botanische Garten.
Auf der anderen Seite das Pallasseum, eine der größten Wohnanlagen Schönebergs, mit ca. 2000 Bewohnern aus rund 25 Nationen. Auf dem Gelände stand von 1910-1973 der Berliner Sportpalast, eine der wichtigsten volkstümlichen Veranstaltungsstätten.

Mit Sibylle Nägele und Joy Markert

Treffpunkt für angemeldete Teilnehmende: U-Bahnstation Kleistpark (U7), Ausgang: Potsdamer Straße/Grunewaldstraße

Vorherige Anmeldung bei der VHS Tempelhof-Schöneberg notwendig: Kursnummer: TS11.011A

Entgelt: 6.54 EUR, erm. 4.77 EUR.

VHS Tempelhof-Schöneberg: Tel.: 902773000, Fax.: 902778944, E-Mail: vhs@ba-ts.berlin.de, http://www.vhs-tempelhof-schoeneberg.de

 

Stadtführung: Samstag, 21.Oktober 2017, 15.00 – 17.15 Uhr, Rund um das Pallasseum

https://www.vhsit.berlin.de/VHSKURSE/BusinessPages/CourseDetail.aspx?id=471067

Schwule Läden in den 1950ern

Flashback, erst 60 her und alles schon vergessen:

Gay Locations in Berlin

In late 1948, Martin Knop, used the newspaper "Amicus-Briefbund" to point out besides contact points, [Gay] meeting places and locations in Berlin, and afterwards became a member of the GfRdS. In September 1949, Werner Becker, a member of the board of directors of the WhK, in Der Kreis [The Circle] gave an actual account of the Gay scene in Berlin. He mentioned "23 men's and about 15 women's-clubs", many places often changing their locations [to avoid police raids]: "from the primitive backyard pubs in the eastern part of the city to the exclusive and fashionable bars in the west all were represented". In May 1949 there was for example a ball with 300 participants on the memorable date of May 17th [in the European tradition the number of the month follows the number of the day so May 17th becomes 17.5 which corresponds to the number in § 175]. As Werner Becker further reported the joy over these new found opportunities was not uninterrupted "because these events had to be allowed by the criminal police, and so they were all often kept under surveillance by police order. [...] The unscrupulous police acted just like in the times of the Gestapo as agent provocateurs. Nearly every week such cases took place in the Berlin courts. The smallest misstep could cost one their life, it could bring prison, one could lose the right to vote or run for office, or at the very least it could bring social ruin".

By 1957 the special department of the criminal police for the struggle against homosexuality had brought convictions against 13 locations, 1962 saw Ernst Schramm, the leader of the "Homosexuellendezernat" (special department for homosexuality of the police) cause trouble for 19 locations. The middle of the 1950s saw increased police action against Gay meeting places. Police persecution and observation regularly took place against locations and dance halls for example by noting the registration numbers of cars parked outside of such places, to identify their owners and then registering them in the "Homosexual Index". With this information they hoped to increase the pressure with interrogations and obtain confessions. Besides these methods there were large scale police raids, among others on October 26, 1957 the Schöneberg location of Amigo, was raided by 150 policemen and 37 people were arrested. One month later they raided Elli's Bier-Bar in Kreuzberg, of 100 people present one third of them were arrested.

In the spring of 1958, the Kleist-Kasino and the Robby-Bar were raided, the Pilsator, the meeting place for the GfRdS, was now threatened and so the group had to move to a new location.

The Gay magazines of the 1950s listed the following locations for Berlin tourists:
 

Amigo-Bar Mansteinstraße 13
Bart Fasanenstraße 70
Bei Günther, later called Bei Rudi Durlacher Straße 25
Bohème Skalitzer Straße 95a
Bohème-Bar Courbierestraße 13, the corner with Kleiststraße
Die Hütte Goethestraße 49, meeting place for the Club der Freunde [the Friends Club]
Elli's Bier-Bar Skalitzer Straße 102
F 13 Friesenstraße 13
Fürstenau Adalbertstraße 21
Gerda Kelch Prager Straße 30 / Motzstraße 8
Granada Corbierestraße 13
Haus Thefi Kurfürstenstraße 116
Henry's Delmonico Wissmannstraße
Kleist-Kasino Kleiststraße 35
Mamitas Bierstube Lausitzer Platz 1
Robby-Bar Fuggerstraße 3, and later Ausburger Straße 74
Opern-Keller Kantstraße 12
Roma-Bar Augsburger Straße
Schultheiß-Quelle Courbierestraße, meeting place for the Internationale Freundschaftsloge [International Friendship League]

From the WhK to the Gesellschaft für Reform des Sexualrechts e.V. (Registered Society for the Reform of Sexual Laws) 1948 - 1951

The Gesellschaft für Reform des Sexualrechts e.V. (Society for Reform of Sexual Laws registered association) 1951 - 1960

The Struggle for Law and Against Persecution

Gay People - promotion, surveys, self-identity

Quelle: Schwules Museum Berlin

Lesetipp:
Andreas Pretzel (Herausgeber): „NS-Opfer unter Vorbehalt. Homosexuelle Männer in Berlin nach 1945“, Reihe: Berliner Schriften zur Sexualwissenschaft und Sexualpolitik, Band3, LIT-Verlag, Münster, Hamburg, London, 2002, ISBN 3-8258-6390-5

Flohmarkt im Pallasseum

Quartiersmanagement goes Business:

Von der Bluse bis zum Kochlöffel: Flohmarkt im Pallasseum

Herzlich willkommen zum nächsten Trödelmarkt am Pallasseum!

Kleidung, Spielzeug, Bücher oder Porzellan und andere Küchenutensilien: Was man in den eigenen Schränken so alles an nicht mehr benötigten Dingen findet, ist schon erstaunlich! Und ebenso, was man eigentlich gerne hätte - aber sich vieleicht nicht wirklich leisten kann ...

Ein Glück, dass es jetzt wieder Flohmärkte am Pallasseum gibt!

Jetzt haben Sie wieder die Gelegenheit, nach alten und neue Schätzen quasi vor der eigenen Haustüre - auf dem Vorplatz des Pallasseums an der Pallasstraße - zu stöbern.

Nicht nur die Anwohner aus der großen Wohnanlage werden dann bestimmt wieder mit Spaß dabei sein und ihre nicht mehr geliebten Habseligkeiten anbieten, sondern schon in den vergangenen Jahren trafen sich Leute aus dem ganzen Schöneberger Norden hier zum Trödeln.

Wer im Pallasseum wohnt und beim nächsten kunterbunten Trödel mit einem eigenen Stand mitmachen möchte:
Anmelden können Sie sich bei Helena Rafalsky (helenarafalsky[at]gmail[.]com oder 0176 - 82 14 62 78), im Bewohnertreff KaffeeKlatsch (im Hof der Wohnanlage Pallasseum, Potsdamer Straße 172 c/d, Öffnungszeiten mo - fr 8 - 11 Uhr), oder Sie rufen im VorOrtBüro des Quartiersmanagements an (tel. 23 63 85 85).

Schlau ist erfahrungsgemäß, das relativ bald zu tun: Denn wer zu spät kommt, kriegt womöglich keinen der kostenfreien Tische mehr ab.

August-Trödel am Pallasseum
Sonntag, 27. August, 10 - 15 Uhr
(Aufbau ab 9 Uhr)

Vorplatz vor dem Pallasseum an der Pallasstraße
(vor dem QM-Büro, Pallasstraße 5)


Und hier ist auch gleich die nächsten Termine zum In-den-Kalender-Schreiben:
Sonntag, 17. September
Sonntag, 15. Oktober

Wir wünschen allen Händler/innen und Besucher/innen schon jetzt viel Spaß beim Pallasseums-Trödelmarkt!

Die Flohmärkte am Pallasseum werden über das Quartiersmanagement Schönebeger Norden mit Mitteln aus dem Programm Soziale Stadt (Aktionsfonds) unterstützt.

text: Wolkenhauer; grafik: Einladung

FDP: Freie Fahrt für SUVs und Testosteron-Huper

Begegnungszone Maaßenstraße

Neues Deutschland:

Begegnungszone bleibt umstritten

Umfrage: Mehrheit der Anwohner der Schöneberger Maaßenstraße will Um-und Rückbauten

  • Von Jérôme Lombard
  • Lesedauer: 3 Min.

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Eine Mehrheit der Anwohner in der Maaßenstraße in Schöneberg findet, dass der Umbau der Straße zu einer Begegnungszone nicht gelungen ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die die Schöneberger FDP durchgeführt hat. »In Schulnoten ausgedrückt, bewertet eine große Mehrheit der Anwohner der Maaßenstraße den Zustand ihrer Straße mit der Note vier oder schlechter«, sagte Sebastian Ahlefeld, Vorstandsmitglied der FDP Schöneberg, bei der Vorstellung der Umfrage am Dienstag. Das Ergebnis sei ein Armutszeugnis für das verkehrspolitische Senatsprojekt Begegnungszone, findet Ahlefeld.

Die Maaßenstraße führt vom Nollendorfplatz zum Winter­feldt­platz. Im Oktober 2015 wurde die bis dato viel befahrene Straße als Pilotprojekt des Senats und des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg in eine sogenannte Begegnungszone umgewandelt. Anwohner hatten sich wiederholt über zu schnell fahrende Autos und einen zu schmalen Gehweg beklagt.

Konkret bedeutete der Umbau, der zusammen mit der Planung rund eine Million Euro gekostet hat: Verengung der vormals zweispurigen Straße auf nur noch einen Fahrstreifen, den sich Autofahrer und Radler teilen müssen, Entschleunigung durch Tempo 20 sowie Errichtung eines durch Betonpfeiler abgegrenzten Aufenthaltsbereichs mit Sitzbänken und Spielgeräten für Kinder. Mit der Begegnungszone bediente sich der Senat eines vor allem in den Niederlanden und in der Schweiz verbreiteten Konzepts. Die Idee dahinter ist, durch die Nutzung eines großen gemeinsamen Raums alle Verkehrsteilnehmer gleiche Rechte einzuräumen.

Die FDP, die die Begegnungszone in der Maaßenstraße von Beginn an als »unnütz« und »ästhetisch grauenvoll« kritisiert hatte und einen weitgehenden Rückbau der Maßnahmen fordert, sieht sich mit Blick auf die aktuellen Umfrageergebnisse bestätigt. 68 Prozent der befragten Anwohner finden, dass die ursprünglichen Probleme nicht gelöst wurden. 72 Prozent haben angegeben, dass sie sich weitgehende Um- und Rückbauten der Begegnungszone wünschen. Die Ergebnisse der Umfrage entsprechen in weiten Teilen denen, die die FDP in einer ersten Anwohnerumfrage im Sommer 2016 ermittelt hatte.

Nicht nur die FDP sieht die Begegnungszone kritisch. Auch die CDU sieht laut einem Parteitagsbeschluss keine Zukunft für das Pilotprojekt. Die Maaßenstraße sei nach dem Umbau weder attraktiver noch verkehrssicherer geworden. Der Einsatz von Steuergeldern für solche Zonen mache keinen Sinn. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Begegnungszone als »großen Käse« bezeichnet und ebenfalls dafür plädiert, das Pilotprojekt als gescheitert ad acta zu legen.

Statt die Begegnungszone als verkehrspolitisches Projekt grundsätzlich zu verdammen, solle man lieber an einer Verbesserung der Umsetzung arbeiten, findet dagegen Harald Moritz, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus. »Die Hauptzielsetzungen, nämlich die Minimierung des Verkehrslärms und die Verbesserung der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern, konnten in der Maaßenstraße erreicht werden«, sagte Moritz. Wenn viele Anwohner mit der Begegnungszone unzufrieden seien, müsse man das ernst nehmen. »Die Unzufriedenheit ist sicherlich auf die nicht optimale Umsetzung und Gestaltung der Begegnungszone zurückzuführen«, so Moritz. Bevor ein abschließendes Urteil gefällt werden könne, müsse man die Ergebnisse der Senatsevaluierung abwarten. Diese sollen im Herbst vorgestellt werden. Gelder für den Rückbau der Begegnungszone seien nicht vorgesehen, sagte Moritz.

Auch Hans-Joachim Hacker, Sprecher des Auto Club Europa (ACE) für die Region Ost, findet die Idee der Begegnungszone gut: »Eine generelle Absage an die Begegnungszone darf es nicht geben.« Die Zone sei ein sinnvolles Mittel, um alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt auf die Straße zu bringen. Mit Blick auf die Maaßenstraße sagte Hacker: »Die Anwohner müssen mitgenommen werden. Wenn nachgesteuert werden muss, muss die Politik jetzt handeln.«

Weitere Zonen nach dem Vorbild der Maaßenstraße sind noch in Kreuzberg auf der Kochstraße am Checkpoint Charlie sowie auf der Bergmannstraße geplant.

Hans Wurst weiter am Winter­feldt­platz?

Hans-Wurst-Nachfahren, Winterfeldtplatz 2, Berlin

Berliner Woche:

Neue Hoffnung für Hans Wurst Nachfahren

Vielleicht geht noch was beim Puppentheater Hans Wurst Nachfahren. (Foto: KEN)
Berlin: Puppentheater Hans Wurst Nachfahren |

Schöneberg. Bisher galt es als ausgemacht: Im Puppentheater Hans Wurst Nachfahren am Winter­feldt­platz fällt 2018 endgültig der Vorhang. Nun gibt es wieder Hoffnung für die Traditionsbühne.

Dass erst am 30. September 2018 Schluss sein soll mit dem Puppenspiel und nicht früher, ist schon ein Erfolg. Dafür hat sich maßgeblich die Bürgerinitiative „Initiative Kiezkultur – Rettet das Theater am Winter­feldt­platz“ eingesetzt. Der Senat konnte den Mietvertrag für das Figurentheater mit Hauseigentümer Jörg Hiller verlängern. Ein Antrag der Grünen, der die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und ihren Senator Klaus Lederer (Linke) auffordert, das Haus am Winter­feldt­platz über den Herbst 2018 hinaus als Spielort für zeitgenössisches Puppen-, Marionetten- und Objekttheater im Bezirk zu nutzen, passierte die Bezirksverordnetenversammlung.

Hiller, der die Immobilie 2013 erworben hat, will das Haus auch künftig kulturell nutzen, allerdings für ein Tonstudio und als Ort für experimentelle Musik, an dem freie Künstler proben und Konzerte geben.

Bei seinem Vorhaben besteht Jörg Hiller jedoch nicht auf dem Standort am Winter­feldt­platz. Eine Alternative müsse zentrumsnah und nicht zu teuer sein. Lederers Sprecher Daniel Bartsch ist mit allen Beteiligten um eine Lösung bemüht. Die Bürgerinitiative, die für den Erhalt des Theaters rund 16 000 Unterschriften gesammelt hat, beteiligt sich an der Suche nach einer Ersatzimmobilie für Hiller und hat gerade das ehemalige Straßenbahndepot in der Belziger Straße im Auge. Kaufinteressenten für das Haus am Winter­feldt­platz, die bereit wären, es als Puppentheater weiter zu vermieten, haben sich auch schon bei der Initiative Kiezkultur gemeldet. KEN
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AFD biedert sich beim Bürger mit Diskriminierungen an

Kuerfuerstenstraße Ecke Potsdamerstrasse

Tagesspiegel berichtet:

Streit am Strich : Auch AfD will Sperrzonen an der Kurfürstenstraße

Alle Parteien wollen am Strich an der Kurfürstenstraße einschreiten - seit Jahren. Nun macht die AfD Vorschläge. Das passt einigen nicht.

Seit Jahrzehnten gibt es Streit um den Strich, der Kurfürsten- Ecke Potsdamer Straße beginnt.
Seit Jahrzehnten gibt es Streit um den Strich, der Kurfürsten- Ecke Potsdamer Straße beginnt.Heinrich

Zu keiner Straße in Berlin äußern sich Politiker so regelmäßig – und kaum ein Ort bleibt trotz aller Änderungspläne so stoisch das, was er eben ist: Berlins bekanntester Strich auf der Kurfürstenstraße zwischen Schöneberg und Mitte – schon in den 20ern Rotlichtviertel, in den 70ern für Mädchenprostitution bekannt, nach der Wende eher für Frauen vom Balkan. Zwischen dem angestaubten Sexkino und dem stadtweit beliebten Französischen Gymnasium wird fast alles angeboten, was wenig kostet – „Kufü“ ist auch der Strich für Geizhälse.

Sexarbeit oder Umfeldkriminalität?

Nun äußert sich dazu die AfD. Es ist Wahlkampf, die anderen Parteien hatten vorgelegt. „Spritzen, benutzte Kondome, Schlägereien“, sagt AfD-Abgeordneter Harald Laatsch, „uns geht es um die Umfeldkriminalität.“ Er steht am Donnerstag von Polizisten umgeben auf dem Gehweg in der nahen Bülowstraße. Die Scheiben des „Seminarraumes Bülowbogen“, in dem die AfD tagen wollte, wurden am frühen Dienstag zerstört.

„Und uns geht es auch nicht um die einzelne Frau, die dort arbeitet“, sagt Laatsch. „Uns geht es um Zwangsprostitution.“ Das sehen die Demonstranten anders, die 100 Meter weiter lautstark gegen die AfD protestieren. Nun hat die Partei tatsächlich nicht das Image, sich für die Rechte ausgebeuteter Frauen einzusetzen. „Wir sind gar nicht dagegen, dass Prostituierte dort Anbahnungsgespräche führen“, sagt der AfD-Abgeordnete Marc Vallendar zügig. „Nur am besten nicht auf der Straße.“ Ein Laufhaus solle her – und ein definiertes Gebiet, in dem das Rotlicht legales Gewerbe bleibt. Keine Partei im Abgeordnetenhaus möchte die Sexarbeit vor Ort gänzlich verbieten. Zuletzt pfiffen die Grünen ihr bekanntes Mitglied, Mittes Bürgermeister Stephan von Dassel, zurück: Er hatte vorsichtig eine Sperrzone gefordert, der Straßenstrich bringe zu viel Gewalt und Drogen mit sich. Berlin ist, unbestritten, auch international für käuflichen Sex bekannt.

Andere forderten: Nachmittags keine Prostitution

An der Kurfürstenstraße gab es sicher auch Sexarbeit, ohne dass Schwerkriminelle den Frauen die Bedingungen diktierten – nur dürften diese Zeiten vorerst vorbei sein: Erst vor einigen Tagen gab es eine Massenschlägerei, ein Mann musste durch eine Not-OP gerettet werden. Die Polizei vermutet Machtkämpfe im Milieu. Bekannt ist, dass Zuhälter aus Osteuropa an einen arabischen Clan sogenannte Standmieten für die von ihnen kontrollierten Sexarbeiterinnen zahlen müssen. Und so sagte die AfD zumindest an diesem Donnerstag nur so viel oder wenig, wie die bürgerlichen Parteien auch schon. Schon 2016 wollte ein Arbeitskreis „Sperrgebiet Tiergarten Süd“ eine Sperrzonen- Verordnung durchsetzen, der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber hatte 2015 Ähnliches gefordert. CDU-Mann Robbin Juhnke sprach sich 2014 für Sperrzeiten aus. Und der Schöneberger Ordnungsstadtrat Oliver Schworck, SPD, forderte 2013 ein Prostitutionsverbot für den Nachmittag.

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Lesbischwules Stadtfest

Lesbischschwules Stadtfest

Schwule und Lesben feiern am 15. und 16. Juli im Regenbogenkiez

Wann? 15.07.2017 11:00 Uhr

Wo? Schwullesbisches Stadtfest, Nollendorfplatz, 10777 Berlin DE
Impressionen vom vergangenen Stadtfest. (Foto: Brigitte Dummer)
Berlin: Schwullesbisches Stadtfest |

Schöneberg. Europas größte „queere“ Szene kann die erfolgreiche Abstimmung über die „Ehe für alle“ im Bundestag gebührend feiern.

Rund um den Nollendorf wird es am 15. Juli von 11 bis 24 Uhr und am 16. Juli von 11 bis 22 Uhr hoch hergehen. Gefeiert wird das 25. Lesbisch-Schwule Stadtfest. Die vom Regenbogenfonds der schwulen Wirte organisierte Veranstaltung ist längst zum festen Bestandteil in Schönebergs und Berlins Festkalender geworden. Von einer „Institution der Offenheit und Vielfalt“ und „Europas größtem Fest der Liebe“ sprechen die Vertreter des Regenbogenfonds.

Im vergangenen Jahr kamen mehr als 350 000 Menschen zu dem fröhlichen Vergnügen unter freiem Himmel in der Motz-, Eisenacher, Fugger- und Kalckreuthstraße. Es präsentieren sich auch dieses Mal lesbische, schwule, bi- und anderssexuelle Vereine und Organisationen mit ihren vielfältigen Projekten. Dazu gibt es Informationsstände.

Zu genussvollem Schlemmen und Trinken kommen die Besucher in den Restaurants, Kneipen und an Ständen der ortsansässigen Gastronomie, in gemütlichen Biergärten und angesagten Bars.

Ausgelassen gefeiert wird auch auf und vor den fünf Bühnen mit Talks, Musikshows und weiteren kulturellen Darbietungen. Der Radiosender 98.8 Kiss FM beteiligt sich mit einer eigenen Bühne in der Motz-, Ecke Eisenacher Straße. Die Gegend um den Nollendorfplatz verwandelt sich an diesem Wochenende in Berlins beliebteste Partyzone.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung am 14. Juli 19.30 Uhr mit dem altkatholischen Bischof Matthias Ring im Rogate Kloster, An der Apostelkirche 1, geben der frühere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD), und die Ex-Bürgermeisterin von Schöneberg, Elisabeth Ziemer (Grüne), am 15. Juli 16.30 Uhr auf der Hauptbühne in der Eisenacher, Ecke Fuggerstraße den offiziellen Startschuss für das Mega-Spektakel. Gleich im Anschluss wird um 16.45 Uhr der „Rainbow-Award“ verliehen. Die Auszeichnung geht an Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Vom 14. Juli 8 Uhr bis 17. Juli 6 Uhr sind die Motzstraße zwischen Nollendorfplatz und Martin-Luther-Straße, die Eisenacher Straße zwischen Kleist- und Winterfeldtstraße, die Fuggerstraße zwischen Martin-Luther-Straße und Eisenacher Straße, die Kalckreuthstraße zwischen Kleist- und Motzstraße, die Gossowstraße zwischen Winterfeldt- und Motzstraße sowie der gesamte Parkplatz auf dem Nollendorfplatz für den Durchgangsverkehr und das Parken gesperrt; auch die Fahrradständer in der Motzstraße. In der Martin-Luther-Straße zwischen Fugger- und Lietzenburger Staße, in der Kleiststraße zwischen Kalckreuth- und Eisenacher Straße und der Winterfeldtstraße zwischen Gossow- und Eisenacher Straße sind die Parkstreifen gesperrt. Anwohner mit Garage erhalten im Stadtfestbüro, Fuggerstraße 7, nach Anmeldung unter  21 47 35 86, info@regenbogenfonds.de einen Zufahrtsberechtigungsschein. KEN

Bühnenprogramm unter http://asurl.de/13fl.
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Winterfeldtstraße 21:

Winterfeldtstraße 21

Telekomm eröffnet Begegnungszentrum. Leider nicht für alle:

Veranstaltungsort

Telekom startet eine neue Begegnungsstätte in Schöneberg

Die Telekom startet eine neue Begegnungsstätte in Schöneberg – mit Projekten von Studenten.

Student Pelle Dwertmann an einer Bildschirmsäule, mit der man in Kontakt zu Menschen in anderen Städten kommen würde

Student Pelle Dwertmann an einer Bildschirmsäule, mit der man in Kontakt zu Menschen in anderen Städten kommen würde

Foto: Massimo Rodari

Das würde Berlin gut stehen: Über die grauen Kästen für Strom, Telefon und Internet auf den Bürgersteigen der Stadt werden lebhaft pulsierende, in wechselnden Pastellfarben aufleuchtende Hüllen gestülpt. Uhrzeit und Weg zur nächsten U-Bahn, ja sogar die aktuelle Feinstaubbelastung in der Straße würden für Passanten ausgestrahlt. "Service, Umweltbewusstsein und ein erhöhtes Sicherheitsempfinden" liefere so eine Box, sagt Cecilia Thorausch (24).

Mit 17 weiteren Studierenden der Fachhochschule Potsdam (FHP) hat sie derlei Ideen für Stadtbild und Alltag in nützliche Maschinen verwandelt. Bei der Eröffnung eines Begegnungs- und Präsentationsraumes der Telekom in Schöneberg stellten die Studenten am Mittwoch Projekte vor, an denen sie acht Monate lang gearbeitet hatten.

Katja Henke und Andreas Gladisch von der Telekom hatten das auf den Weg gebracht. Mit den FHP-Professoren Constanze Langer und Frank Heidmann entwarfen sie eine Fragestellung, die Studierende bei einem Kurs des Wintersemesters beschäftigen sollte: Was sind Konzepte, Szenarien und Produkte für das Alltagsleben, die auf der Technologie der Telekom basieren?

Cecilia Thorausch sagt, dass sie als angehende Kommunikationsdesignerin pro Semester 200 bis 400 Euro in Arbeitsmaterial für Projekte investiert. Mit dem Kooperationsvertrag stellte die Telekom den Teilnehmern ihres Kurses nun plötzlich eine fünfstellige Summe zur Verfügung.

Die Präsentation nutzte das Unternehmen, um einen neuen Veranstaltungsort für interne Workshops, Managertreffen und Konferenzen vorzustellen. An der Winterfeldtstraße 21 stehen im siebten Stock des Telekomgebäudes "Digital Innovation Arena" dafür zukünftig 400 Quadratmeter zur Verfügung, außerdem Cateringflächen sowie eine Terrasse mit Berlinblick.

Im Gebäude befand sich einst das Fernmeldeamt 1

Der Ort heißt "Kontakthof". In einem Umfeld, das anders als etwa Mitte nicht für eine IT-Szene bekannt ist, bringt die Telekom seit 2013 Forschung, Start-up-Szene und Entwicklung zusammen. Derzeit wird das Haus modernisiert. Die Zahl der Mitarbeiter soll dort danach auf 1400 erweitert werden.

Die Räume sind für Berlin von historischer Bedeutung. Im 1929 eröffneten Gebäude befand sich das Fernmeldeamt 1, Europas größte Vermittlungsstelle. Nach dem Krieg sendete von dort die Vorgängerstation des Rias.

Modernste Kommunikationsmöglichkeiten zeigt nun die – leider nicht öffentliche – Schau der jungen Studierenden. Da gibt es Laternen, in denen starke Router für ein solides Wlan sorgen. Eine digitale Litfaßsäule behebt das Problem nicht eintreffender Pakete: Der Entwurf der Studenten sieht Fächer vor, in denen überarbeitete Lieferanten ihre Sendungen hinterlassen können.

"Ein Fenster in eine andere Stadt" nennt Student Pelle Dwertmann seine Bildschirmsäule für öffentliche Plätze. "Wenn man darüberwischt, zeigt die Kamera jemanden, der vor einer verbundenen Säule in Prag, Istanbul oder Kalifornien steht. Man würde sich durch Handbewegungen verständigen", sagt der 24-Jährige. Bei aller aktuellen Fixierung auf die Technik der Zukunft, auf Fotomanie, Geklingel und Streaming, erzählt die Ausstellung da nebenbei auch von einer jungen Sehnsucht nach ganz ursprünglichen Formen der Kommunikation.

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