Lebensgefährlicher, hoch radioaktiver Müll wird wieder mit Millionenaufwand ziellos durch Europa gekarrt.

Rund 50 Millionen Euro kostete jener Polizeieinsatz, welcher die Verschieberei von hochradioaktivem Müll Anfang November quer durch Europa vor dem Souverän schützen soll.

Cro-Magnon-Mensch (Bild: Wikipedia)
Cro-Magnon-Mensch (Bild: Wikipedia)

Hätten die Cro-Magnon-Frühmenschen vor 30.000 Jahren Atomkraftwerke betrieben, müsste deren Atommüll noch mindestens weitere 970.000 Jahre sicher bewacht und geschützt werden. Wer käme für diese Kosten auf? Der vorgebliche Umweltminister Röttgen erklärt öffentlich und wahrheitswidrig, dass weitere 12 Jahre Atommüllproduktion (die Laufzeitverlängerung) nichts mit dem geplanten Endlager Gorleben zu tun habe. Der Atomminister plant die Verschickung von Castoren nach Russland und die Zusammenarbeit mit den kriminellen Lokal- und Regionalfürsten der russischen Provinz Tscheljabinsk und Moskaus, die über die ahnungslosen Köpfe der Bevölkerung hinweg zulassen, dass ganze Landstriche radioaktiv verseucht wurden und werden wie in Majak seit 65 Jahren. Die formale Pontius-Pilatus-Ausrede des Ministers Röttgen, die Unterschrift unter Verträge, die derlei erlaubten, stamme aus der Vergangenheit – nicht vom ihm -, dürfte wohl kaum eine hinreichende Entschuldigung dieser menschenlebengefährdende und kriminelle Brunnenvergifterei in Majak sein. Flüssige radioaktive Abfälle wurden viele Jahre lang in die Tetscha geleitet. Der Fluss versorgte 120.000 Menschen mit Trinkwasser. Die gesundheitlichen Folgen waren verheerend. Im Dorf Musljumowo, 30 Kilometer vom Atomkomplex Majak entfernt, gibt es bis heute kaum gesunde Menschen. “Es ist nicht nur unmoralisch sondern auch ungesetzlich, deutschen Atommüll nach Russland abzuschieben. Atomminister Röttgen muss diesen Transport stoppen”, sagt Tobias Münchmeyer, Atomexperte bei Greenpeace. “Die Umgebung der Atomanlage in Majak gehört schon heute zu den am stärksten verstrahlten Regionen der Erde.” Greenpeace fordert die sofortige Offenlegung des geheimen Vertragsentwurfs zwischen der sächsischen Regierung und dem russischen Staatskonzern RosAtom. Auch der Staatsvertrag zwischen der Bundesregierung und der Regierung der Russischen Föderation soll veröffentlicht werden.

“Wir haben die Nase voll von Geheimverträgen zu Atomfragen. Atomminister Röttgen und das Land Sachsen müssen jetzt alle Papiere offen auf den Tisch legen”, sagt Tobias Münchmeyer.

Der eingetrocknete und einbetonierte Karatschai-See bei Majak, dessen Ufersandverwehungen mehr Radioaktivität freigesetzt haben, als Hiroshima
Der eingetrocknete und einbetonierte Karatschai-See bei Majak, dessen Ufersandverwehungen mehr Radioaktivität freigesetzt haben, als Hiroshima

Jeder Castor enthält so viel radioaktives Material, wie bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl freigesetzt worden sei, sagte Thomas Breuer ebenfalls von Greenpeace. “Wir brauchen eine saubere Energiezukunft ohne Kohle und Atomkraft”, betont Kumi Naidoo: “Gorleben ist weit über Deutschland hinaus das Symbol für eine unverantwortliche Energiepolitik und für einen ebenso kraftvollen wie friedfertigen Widerstand gegen Atomkraft.” Der 45-jährige Südafrikaner ist seit November 2009 Chef der internationalen Dachorganisation Greenpeace International.

Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.
Castor mit erhöhter Temperatur.
Das gelb angestrichene X ist in vielen Vorgärten im Wendland zu sehen. Es ist das Symbol des Widerstands. Wir stellen uns quer, soll es sagen.
Das gelb angestrichene X ist in vielen Vorgärten im Wendland zu sehen. Es ist das Symbol des Widerstands. Wir stellen uns quer, soll es sagen.

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